Seit mehr als 280 Jahren gibt es die Losungen

Das Datum der ersten Losung steht fest: Am 3. Mai 1728 bei der abendlichen Versammlung in Herrnhut, verkündete Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) der Gemeinde ein kurzes Wort für den kommenden Tag. Mit dem Liedvers: »Liebe hat ihn hergetrieben, Liebe riss ihn von dem Thron, und wir sollten ihn nicht lieben?« begann die beispiellose Geschichte der Losungen.

Bald schon wollten die Herrnhuter auf die »Parole für den Tag« nicht mehr verzichten. Die Losungen wurden zu einem wichtigen Kommunikationsmittel. Zinzendorf nannte sie »fortgesetzte Gespräche des Heilands mit der Gemeinde«. Er empfahl, dass sie »ins Gemüt und ins Herz« hineingenommen werden.

Das erste gedruckte Losungsbuch von 1731

1731 wurde die erste gedruckte Losung herausgegeben. Seit diesem Jahr erscheinen die Losungen ohne Unterbrechung, Jahr für Jahr. Mit der Herrnhuter Missionsarbeit, die 1732 beginnt, wurden dann die Weichen für die weltweite Verbreitung der Losungen gestellt.

Die äußere Gestalt der Losungen wandelte sich in den vergangenen 284 Jahren immer wieder. Auch inhaltlich gab es Veränderungen, besonders durch Zinzendorf selbst. Und nach seinem Tod veränderten sich die Losungen weiter. Heute haben sie für jeden Tag des Jahres je ein Bibelwort aus dem Alten und dem Neuen Testament sowie einen Liedvers oder ein Gebet. Dabei wird die alttestamentliche »Losung« aus 1824 Bibelversen gelost. Danach werden der neutestamentliche »Lehrtext« und der »Dritttext« thematisch dazu passend ausgewählt.